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sehenswuerdigkeiten · Berlin Guide Redaktion · 7 Min ·

Geheime Orte in Berlin: 10 versteckte Highlights abseits der Touristenpfade

Markthalle Neun, Glienicker Brücke, Hufeisensiedlung und mehr: zehn weniger bekannte Orte in Berlin, die sich für einen zweiten Blick lohnen.

Berlin hat weit mehr zu bieten als das Brandenburger Tor und den Fernsehturm. Wer die ausgetretenen Pfade verlässt, entdeckt eine andere Stadt: stille Friedhöfe, vergessene Architektur, kuriose Bars und Orte, an denen sich Weltgeschichte abgespielt hat. Diese zehn versteckten Highlights sind bei vielen Besuchern noch unbekannt und genau deshalb lohnenswert.

Markthalle Neun in Kreuzberg

Die historische Markthalle aus dem 19. Jahrhundert in Kreuzberg wurde von Anwohnern vor der Umwandlung in einen Supermarkt bewahrt und ist heute ein lebendiger Treffpunkt. Der wöchentliche Wochenmarkt mit regionalen Erzeugern findet an mehreren Tagen statt, das bekannteste Format ist jedoch der „Street Food Thursday”. An diesem Abend verwandeln internationale Stände die Halle in eine kulinarische Weltreise. Wer mehr Lust auf Märkte hat, findet weitere Adressen in unserer Übersicht zu Streetfood-Märkten.

Viktoriapark und der Kreuzberg

Mitten in Kreuzberg liegt der namensgebende Berg mit dem Viktoriapark. Vom Nationaldenkmal auf der Anhöhe hat man einen weiten Blick über die südliche Stadt. Das Highlight ist ein künstlich angelegter Wasserfall, der in den warmen Monaten über die Felsstufen rauscht und im Sommer zum beliebten Treffpunkt wird. Ein guter Ausgangspunkt, um anschließend die Currywurst-Spots der Umgebung zu testen.

Invalidenfriedhof in Mitte

Einer der ältesten Friedhöfe Berlins liegt unweit des heutigen Hauptbahnhofs in Mitte. Hier ruhen preußische Militärs des 19. Jahrhunderts, viele Grabmäler zeigen eindrucksvolle neoklassizistische Steinmetzkunst. Durch das Gelände verlief später die Berliner Mauer, weshalb der Ort heute auch ein Stück Teilungsgeschichte erzählt. Wer sich dafür interessiert, sollte einen Abstecher zur Gedenkstätte Berliner Mauer einplanen.

Bayerisches Viertel in Schöneberg

Im Bayerischen Viertel in Schöneberg hängen an Laternenmasten rund 80 doppelseitige Schilder. Sie zeigen alltägliche Motive und auf der Rückseite den Wortlaut diskriminierender NS-Verordnungen gegen die jüdische Bevölkerung des Viertels. Das Mahnmal „Orte des Erinnerns” macht die schrittweise Entrechtung sichtbar, mitten im Wohnalltag. Ein nachdenklicher Spaziergang, der sich gut mit einem Besuch der Topographie des Terrors verbinden lässt.

Glienicker Brücke

Die Glienicker Brücke über die Havel verbindet Berlin mit Potsdam und wurde im Kalten Krieg weltberühmt. Auf ihr tauschten Ost und West mehrfach enttarnte Agenten aus, was ihr den Beinamen „Brücke der Spione” einbrachte. Heute ist sie ein ruhiger Übergang mit Blick auf Schlösser und Wasser, an dem nichts mehr an die Spannungen von einst erinnert. Wer tiefer in die Teilungsgeschichte eintauchen möchte, findet im Geschichts-Hub weitere Themen.

Hufeisensiedlung Britz

Die in den 1920er Jahren von Bruno Taut entworfene Hufeisensiedlung im Süden Berlins gehört seit 2008 zum UNESCO-Welterbe. Ihren Namen verdankt sie dem hufeisenförmigen Grundriss rund um einen begrünten Innenhof. Die farbenfrohen Fassaden und großzügigen Gärten gelten als Meilenstein des sozialen Wohnungsbaus der Moderne und sind bis heute bewohnt.

Russische Kolonie Alexandrowka in Potsdam

Nur wenige Kilometer entfernt, in Potsdam, steht die Russische Kolonie Alexandrowka. Friedrich Wilhelm III. ließ in den 1820er Jahren mehrere kunstvoll verzierte Holzhäuser im russischen Stil errichten, eingebettet in einen parkartigen Garten. Die Anlage gehört ebenfalls zum UNESCO-Welterbe und wirkt wie ein Dorf aus einer anderen Welt.

Wasserturm am Prenzlauer Berg

Der markante Wasserturm im Prenzlauer Berg stammt aus dem Jahr 1877 und ist das Wahrzeichen des Kiezes. Das runde Backsteingebäude diente einst der Wasserversorgung, im Maschinenkeller richtete die SA in der NS-Zeit ein frühes Lager ein. Heute wird der Turm bewohnt, der umgebende Park lädt zum Verweilen ein.

Mies van der Rohe Haus in Hohenschönhausen

Im Norden Lichtenbergs liegt das Landhaus Lemke, das letzte in Deutschland realisierte Wohnhaus von Ludwig Mies van der Rohe vor seiner Emigration. Der flache Backsteinbau mit großen Glasflächen öffnet sich zum Garten am See und gilt als Klassiker der klaren, modernen Architektur. Heute dient das Haus als Ausstellungsort und ist kostenfrei zugänglich.

Versteckte Bars in Schöneberg

Berlins Barszene lebt von unscheinbaren Türen ohne Schild. In Schöneberg und anderen Vierteln gibt es intime Cocktailbars mit nur wenigen Plätzen, in denen der Barkeeper Drinks ganz nach dem Geschmack der Gäste mixt, oft ohne Karte und nur mit Reservierung. Wer den Abend lieber offener gestaltet, findet Alternativen in unserer Auswahl an Rooftop-Bars und in der Kneipenkultur.

So planst du deine Entdeckungstour

Die meisten dieser Orte liegen außerhalb der zentralen Touristenrouten, sind aber gut mit S- und U-Bahn erreichbar. Plane für jeden Stopp genug Zeit ein und kombiniere nahe beieinanderliegende Ziele, etwa Markthalle Neun und Viktoriapark in Kreuzberg. Für geführte Stadterkundungen und Tickets lohnt ein Blick in unsere Touren & Tickets, und wer eine ganze Reise zusammenstellt, findet in der Reiseplanung alle praktischen Bausteine. So wird aus ein paar geheimen Orten ein ganzer Tag abseits der Massen.

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